Schlauchmagen-Begleiter

Alles für die Zeit nach der Schlauchmagen-OP

Was brauchst du?

Trage Größe und Gewicht ein. Daraus rechne ich dein Eiweiß, deine Trinkmenge und dein Zielgewicht aus.

Eiweiß in Lebensmitteln

Proteinshake
1 Portion
20 bis 25 g
Hähnchen- oder Putenbrust, gegart
100 g
ca. 30 g
Mageres Rindfleisch oder Hack, gegart
100 g
ca. 26 g
Thunfisch im eigenen Saft, abgetropft
100 g
ca. 25 g
Lachs, gegart
100 g
ca. 22 g
Garnelen, gegart
100 g
ca. 20 g
Skyr natur
150 g
ca. 17 g
Magerquark
125 g
ca. 15 g
Hüttenkäse
100 g
ca. 12 g
Tofu natur
100 g
ca. 12 g
Linsen, gekocht
100 g
ca. 9 g
Gouda
1 Scheibe, 30 g
ca. 8 g
Ei, Größe M
1 Stück
ca. 7 g
Fettarme Milch
200 ml
ca. 7 g
Joghurt natur
150 g
ca. 6 g

Richtwerte für die angegebene Portion. Den genauen Wert findest du auf der Packung.

Phasen

Trage das OP-Datum ein. Die Wochen stellst du so ein, wie es dein Zentrum vorgibt.

Zeitleiste

Regeln fürs ganze Leben

Das gilt nach jeder Phase und bleibt so.

Eiweiß zuerst

Bei jeder Mahlzeit zuerst das Eiweiß essen, dann Gemüse, Beilagen zuletzt. Der kleine Magen ist schnell voll, Eiweiß schützt deine Muskeln.

Langsam essen und gut kauen

20 bis 30 Minuten pro Mahlzeit, jeden Bissen 20 bis 30 Mal kauen. Sobald du Druck oder Völlegefühl spürst, hörst du auf. Zu schnelles Essen führt zu Schmerzen und Erbrechen.

Trinken getrennt vom Essen

30 Minuten vor und nach den Mahlzeiten nichts trinken. Über den Tag in kleinen Schlucken trinken, insgesamt 1,5 bis 2 Liter. Kein Strohhalm.

Kohlensäure und Zucker meiden

Sprudel bläht den Magen auf und fördert Reflux. Süße Getränke, Säfte und Süßigkeiten bringen viele Kalorien und können Übelkeit, Schwitzen und Durchfall auslösen.

Alkohol

Alkohol wirkt nach der OP schneller und stärker, reizt den Magen und hat viele Kalorien. Am besten ganz darauf verzichten oder das mit dem Zentrum klären.

Nicht rauchen

Rauchen verschlechtert die Heilung und erhöht das Risiko für Magengeschwüre.

Bewegung

Jeden Tag spazieren gehen, am besten 30 Minuten. Krafttraining hilft, Muskeln zu erhalten. Fang damit erst an, wenn dein Zentrum es erlaubt.

Sodbrennen ernst nehmen

Ein Schlauchmagen kann Reflux verstärken. Iss nicht in den 3 Stunden vor dem Schlafen und sprich Sodbrennen beim Zentrum an. Oft hilft ein Magenschutz.

Gallensteine

Schneller Gewichtsverlust erhöht das Risiko. Starke Schmerzen im rechten Oberbauch, vor allem nach dem Essen, sprichst du am selben Tag beim Arzt an.

Haare, Haut und Gewicht

Haarausfall nach 3 bis 6 Monaten ist häufig und geht meist vorbei. Eiweiß, Zink und Eisen sichern. Überschüssige Haut ist möglich. Das Gewicht stagniert zwischendurch, das ist normal.

Schwangerschaft

Falls das für dich eine Rolle spielt: In den ersten 12 bis 18 Monaten sollte keine Schwangerschaft entstehen. Besprich Verhütung und Kinderwunsch mit deinem Arzt.

Kopf und Essverhalten

Appetit und Gewohnheiten ändern sich. Wenn du merkst, dass du emotional isst oder dich Essen stark belastet, hol dir Hilfe bei der Ernährungsberatung, Psychologie oder einer Selbsthilfegruppe.

Nachsorge ein Leben lang

Termine beim Zentrum und die Blutkontrollen wahrnehmen, auch wenn es dir gut geht.

Das musst du nehmen

Nach einer Schlauchmagen-OP nimmst du diese Ergänzungen jeden Tag und für immer. Dein Magen nimmt weniger auf und du isst weniger. Die Mengen sind gängige Richtwerte aus Leitlinien. Deine Blutwerte entscheiden, ob dein Arzt etwas ändert.

Multivitamin mit Mineralstoffen

Pflicht

Enthält Vitamin A, E, K, B-Vitamine, Folsäure, Zink, Kupfer, Selen und Eisen

1 bis 2 mal täglich, nach Packung

Am besten ein Präparat für Menschen nach Adipositas-OP. Anfangs als Kau-, Brause- oder Flüssigpräparat, bis das Zentrum Tabletten erlaubt.

Calcium

Pflicht

Wirkstoff: Calciumcitrat (nicht Calciumcarbonat, das braucht viel Magensäure)

1.200 bis 1.500 mg pro Tag insgesamt

Nahrung und Tabletten zusammen. Pro Einnahme höchstens 500 bis 600 mg, also meist 2 bis 3 Einnahmen am Tag. Mindestens 2 Stunden Abstand zu Eisen.

Vitamin D

Pflicht

Wirkstoff: Cholecalciferol (Vitamin D3)

etwa 3.000 IE pro Tag

Zu einer Mahlzeit nehmen. Die Menge richtet sich nach deinem Blutwert (25-OH-Vitamin D, Ziel meist über 30 ng/ml).

Vitamin B12

Pflicht

Wirkstoff: Cyanocobalamin, Methylcobalamin oder Hydroxocobalamin

350 bis 1.000 µg täglich oder 1.000 µg als Spritze pro Monat

Nach der OP wird B12 schlechter aufgenommen. Dein Arzt entscheidet, ob Tabletten reichen oder Spritzen nötig sind.

Eisen

Nach Blutwert

Wirkstoff: Eisen(II)-Salze, zum Beispiel Eisen(II)-sulfat oder Eisen(II)-fumarat

im Multivitamin enthalten (mindestens 18 mg), bei Regelblutung oft 45 bis 60 mg pro Tag

Nicht zusammen mit Calcium, Kaffee oder Tee. Etwas Vitamin C verbessert die Aufnahme. Dein Ferritin-Wert zeigt, ob du mehr brauchst. Bei einem echten Mangel verordnet der Arzt eine höhere Dosis oder eine Infusion.

Thiamin (Vitamin B1)

Pflicht

Wirkstoff: Thiamin oder Benfotiamin

mindestens 12 mg pro Tag

Meist im Multivitamin enthalten. Wer lange erbricht oder kaum essen und trinken kann, meldet sich früh beim Zentrum, denn Thiaminmangel kann gefährlich werden.

Folsäure

Pflicht

Wirkstoff: Folsäure oder Folat

400 bis 800 µg pro Tag

Meist im Multivitamin enthalten. Bei möglicher Schwangerschaft eher 800 bis 1.000 µg.

Zink und Kupfer

Pflicht

Wirkstoffe: Zink und Kupfer, meist als Citrat, Gluconat oder Sulfat

Zink 8 bis 22 mg, Kupfer 2 mg pro Tag

Meist im Multivitamin enthalten. Nimmst du zusätzlich Zink, gehört etwa 1 mg Kupfer je 8 bis 15 mg Zink dazu, sonst entsteht ein Kupfermangel.

Beispiel für einen Tagesplan

MorgensMultivitamin, Vitamin D3 und B12 zum Frühstück
MittagsCalcium, Einnahme 1
NachmittagsEisen (nur wenn verordnet), mit etwas Vitamin C
AbendsCalcium, Einnahme 2 (und 3, wenn dein Plan es vorsieht)

Blutkontrollen

Meist nach 3, 6 und 12 Monaten, danach einmal im Jahr. Geprüft werden unter anderem Eisen (Ferritin), B12, Folsäure, Vitamin D, Calcium, Zink und Eiweiß (Albumin).

Tabletten und Wirkstoffe

Was nach der OP erlaubt ist und was nicht. Bevor du ein neues Mittel nimmst, frag kurz in der Apotheke oder beim Zentrum. Setze Dauermedikamente nie selbst ab.

Meiden: Entzündungshemmer (NSAR)

Diese Wirkstoffe reizen die Magenschleimhaut und können Geschwüre und Blutungen verursachen. Nach der OP nimmst du sie nicht ohne ausdrückliche Erlaubnis deines Arztes.

  • Ibuprofen (zum Beispiel Nurofen, Dolormin)
  • Diclofenac (zum Beispiel Voltaren)
  • Naproxen und Ketoprofen
  • Acetylsalicylsäure (ASS, Aspirin) als Schmerzmittel
  • Etoricoxib, Celecoxib und Indometacin

Nimmst du ASS 100 mg wegen Herz oder Gefäßen, sprichst du mit deinem Arzt. Meist wird es mit Magenschutz weiter genommen. Cortison-Tabletten (zum Beispiel Prednisolon) reizen den Magen ebenfalls und gehören nur auf Verordnung dazu.

Meist erlaubt gegen Schmerzen und Fieber

  • Paracetamol (zum Beispiel ben-u-ron): erste Wahl. Höchstens 4 g (4.000 mg) pro Tag, mit mindestens 4 bis 6 Stunden Abstand zwischen den Einnahmen. Gibt es auch als Saft und Zäpfchen. Bei Lebererkrankung oder Untergewicht weniger, frag den Arzt.
  • Metamizol (zum Beispiel Novalgin): nur auf ärztliche Verordnung, oft als Tropfen.

Magenschutz

Pantoprazol oder Omeprazol (Protonenpumpenhemmer) bekommen viele Menschen nach der OP für einige Wochen bis Monate. Nach einer Schlauchmagen-OP ist wegen Reflux manchmal auch eine längere Einnahme nötig. Das legt dein Chirurg fest. Die Kapseln und Tabletten sind magensaftresistent und dürfen nicht zerdrückt oder zerkaut werden.

Welche Form darf es sein?

Am Anfang

Tropfen, Säfte, Brausetabletten, Kautabletten, Schmelztabletten oder Zäpfchen. Große Tabletten schluckst du erst, wenn das Zentrum es erlaubt.

Nicht teilen oder zerkleinern

Retardtabletten (Wirkung verzögert), magensaftresistente Tabletten und Kapseln mit verzögerter Freisetzung. Sie geben sonst alles auf einmal frei. Frag die Apotheke nach einer anderen Form.

Dauermedikamente: mit dem Arzt anpassen

Mit dem Gewicht ändert sich der Bedarf, oft schon in den ersten Wochen. Sag deinem Hausarzt und dem Zentrum vor der OP, was du nimmst.

  • Diabetes (Insulin, Metformin, Sulfonylharnstoffe): Unterzuckerungen drohen, die Dosis sinkt oft sofort.
  • Blutdruckmittel: Der Druck sinkt mit dem Gewicht, du kannst schwindelig werden.
  • Entwässerungstabletten (Diuretika): erhöhen die Gefahr der Austrocknung.
  • Blutverdünner (Phenprocoumon, Apixaban, Rivaroxaban und andere): Plan für die Zeit rund um die OP und danach vom Arzt festlegen lassen.
  • Schilddrüse (L-Thyroxin): nüchtern 30 bis 60 Minuten vor dem Frühstück, mit 4 Stunden Abstand zu Calcium und Eisen. Werte kontrollieren lassen.
  • Antidepressiva, Mittel gegen Epilepsie, Cholesterinsenker: Aufnahme und Wirkung können sich ändern, Kontrolle beim Arzt.

Ohne Rezept: Vorsicht

  • Abführmittel nur nach Rücksprache. Bei Verstopfung hilft zuerst mehr Trinken.
  • Keine Fatburner, Appetitzügler oder Diät-Tees.
  • Pflanzliche Mittel wie Johanniskraut verändern die Wirkung anderer Tabletten, zum Beispiel der Pille.
  • Bei Erbrechen oder Durchfall kann die Wirkung der Pille unsicher sein.

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Wiege dich am besten einmal pro Woche, am gleichen Tag, morgens nach dem Aufstehen.

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Außerhalb der Sprechzeiten erreichst du den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116117.

  • Fieber ab 38,5 °C
  • Wunde gerötet, geschwollen oder sie nässt, Eiter
  • Erbrechen länger als 24 Stunden oder du behältst keine Flüssigkeit bei dir
  • Sehr wenig oder sehr dunkler Urin, Schwindel (Zeichen von Austrocknung)
  • Essen oder Trinken bleibt stecken
  • Gelbe Augen oder gelbe Haut
  • Starke Schmerzen im rechten Oberbauch, vor allem nach dem Essen (Gallensteine)

Meist harmlos, aber ansprechen

  • Haarausfall nach 3 bis 6 Monaten: Eiweiß und Zink sicherstellen
  • Verstopfung: mehr trinken und mit dem Zentrum über Ballaststoffe sprechen
  • Müdigkeit in den ersten Wochen
  • Sodbrennen: mit dem Zentrum über Magenschutz sprechen
  • Gewicht stagniert für ein paar Wochen (Plateau)

Allgemeine Orientierung, angelehnt an gängige Leitlinien (unter anderem ASMBS und die deutsche S3-Leitlinie zur Adipositaschirurgie). Sie ersetzt nicht den Plan deines Behandlungsteams. Wenn dein Zentrum etwas anderes sagt, gilt das, was dein Zentrum sagt. Änderungen bei Medikamenten immer mit Arzt oder Apotheke abstimmen.